Meine zwei Cent zur Rationalisierung der Deutschen Bahn

Im Juni entgleiste im vielbefahrenen und dichtbesiedelten Mittelrheintal ein Güterzug, was trotz aller technischen Sicherungsmaßnahmen über 15 Kilometer unentdeckt blieb. Eine interessante Frage, die Volker Boch von der Rhein-Zeitung hier aufwirft: Sind Unfälle wie jener von Lorch Unglückssituationen, die nicht vorhersehbar sind? Oder werden sie durch Rationalisierungsmaßnahmen der Bahn begünstigt?

Link zum Artikel: http://uli.bz/u/kx

Der Autor spricht die Rationalisierungsmaßnahmen der Bahn an: Eine immer höhere Zugfrequenz, Wegrationalisierung der Mitarbeiter an der Strecke, Automatisierung der Stellwerke und Bahnübergänge. Dadurch befinden sich keine Leute an der Strecke, denen ein solcher Unfall auffallen würde und die schnell Gegenmaßnahmen einleiten könnten. Bei diesem Unfall sind keine Menschen zu Schaden gekommen, das hätte aber leicht anders ausgehen können, immerhin fuhr der entgleiste Zug durch zwei Ortschaften, an denen links und rechts der Bahnlinie Häuser stehen und Straßen und Fußwege entlangführen.

Rationalisierung sorgte auch im Hauptbahnhof in Mainz für derart große Probleme, dass für mehrere Wochen während der Sommerferien hier kaum Fern- und Regionalzüge Halt machen konnten. Dadurch war eine eine Stadt (immerhin eine Landeshauptstadt – kein Provinznest) vom Fernverkehr praktisch abgeschnitten.

Während in den unteren Ebenen der Bahn immer mehr Leute entlassen und wegrationalisiert werden, die Löhne und Gehälter am unteren Ende der Skala bleiben, erhielt Bahnchef Grube im Geschäftsjahr 2012 eine Vergütung von 2,661 Millionen Euro, darunter 900.000 Euro Festgehalt (Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Geschäftsbericht 2012). Die Manager der privatisierten Bahn erhalten eine (meiner Meinung nach) unmoralische Menge an Geld während für Sicherheit, Personal und Technik, die im Alltagsbetrieb der Bahn benötigt wird, kein Geld mehr da ist.

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